Wohnprojekt Lina Kompromiss für Raketenspielplatz soll Generationen verbinden

Haltern: Die Sorge vieler Eltern war groß: Sie fürchteten, dass der Raketenspielplatz am Hennewiger Weg für das Wohnprojekt Lina weichen muss. Diese Sorge ist nun abgewendet. Ein Kompromiss soll Generationen zusammenführen.

Das Wohnprojekt Lina kommt ein Stück voran, aber auch der Raketenspielplatz behält seine Berechtigung.
Auf dem städtischen Spiel- und Bolzplatz am Hennewiger Weg möchten die Lina-Mitglieder ihr Genossenschafts-Projekt mit 15 bis 18 Wohnungen (sozial gefördert und frei finanziert) verwirklichen. Ziel ist, das Leben im Alter gemeinschaftlich zu gestalten und durch Schaffung eines stabilen Umfeldes den Verbleib in der eigenen Wohnung so lange wie möglich zu sichern.
Barrierefreiheit
Stadtnähe, Barrierefreiheit, ökologisch nachhaltige Bauweise und Gemeinschaftsraum sind Anforderungen an dieses Vorhaben. Dafür benötigt Lina etwa 1800 Quadratmeter Grund. Bleiben für den Spielplatz noch 870 Quadratmeter.
Eltern hatten nach Bekanntwerden der Lina-Bemühungen um das Grundstück eine Unterschriftenaktion gestartet. 300 Halterner erklärten sich solidarisch. Dr. Annegret Altreuther hielt in beiden Ausschüssen ein Plädoyer für den Erhalt: „Unsere Kinder genießen hier eine enorme Bewegungsfreiheit, wir brauchen diesen Spielplatz.“
Appell
Benannt ist er nach einem hohen Klettergerüst, das einer Rakete gleicht und von dem „schon viele zum Mond geflogen sind.“ Dr. Annegret Altreuther, Mutter von zwei Kindern, appellierte an die Ausschussmitglieder: „Die Herzen der Kinder hängen an diesem Spielgerät und an diesem Platz.“
Aber sie zeigte sich für Lina-Mitglieder überraschend kompromissbereit. Wenn die Stadt den Platz, der aus Sparzwängen ohnehin teilweise zur Disposition steht, verkleinert, dann „retten Sie bitte unsere Rakete.“
Achtsames Miteinander
CDU und SPD sind sich außerdem darin einig, dass der Platz an die Straße gehört und nicht versteckt hinter das Lina-Wohnhaus. Für den Verein Lina hätte das baurechtliche Konsequenzen, weil für den hinteren Teil ein Bebauungsplan gilt, für den vorderen nicht.
Norbert Hoffmann, Sprecher von Lina, lenkte im Generationenausschuss versöhnlich ein: „Wir legen Wert auf ein achtsames Miteinander der Generationen.“ Deshalb gibt es nun den Vorschlag, einen modellhaften Generationenspielplatz anzulegen.
Einstimmiges Votum
Die Stadt und Lina nehmen nach einstimmigem Votum in beiden Ausschüssen die Verhandlungen auf. Lina hat derweil den Genossenschaftsvertrag erarbeitet, er liegt derzeit dem Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband zur Prüfung vor. Um ins Lina-Haus ziehen zu können, müssen die Interessenten Mitglied bei Lina und in der Genossenschaft werden.
Noch sind nicht alle Wohnungen vergeben. „Unser Wunschgedanke ist, in einem Jahr mit dem Bau beginnen zu können“, gibt sich Norbert Hoffmann zuversichtlich.